40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

veröffentlicht: 19.03.1971

Jon Anderson ; Chris Squire ; Bill Bruford ; Tony Kaye ; Steve Howe
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JJG
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40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

Beitrag von JJG » Sa 19. Feb 2011, 07:41

Was meint Ihr zum Album?
Wann habt Ihr es erstmalig gehört?
Wie gefällt es Euch zum heutigen Zeitpunkt?
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SOON
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Re: 40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

Beitrag von SOON » Sa 19. Feb 2011, 11:06

Ich habe "The YES Album" ca. 1987 zum ersten mal gehört, zu jener Zeit war allerdings Big Generator mein Hit! :?
Heute ist es ein Meilenstein für mich denn es hat mir Progrock deutlich mehr zugänglich gemacht als Ctte oder Relayer, damals.
Vielleicht ist "The YES Album" der einzige gemeinsame Nenner unter den YES Platten auf den sich auch viele Rockfans einigen können, die mit den späteren symphonischen, frickligen Werken nichts mehr anfangen konnten.
Aretha Franklin nannte sie 1971 die "perfekteste Pop-Platte der letzten Zeit" was aus ihrem musikalischen Blickwinkel wohl sehr beeindruckend ist.
Wäre interessant wie die Scheibe mit Rick Wakeman geworden wäre.
Tony Kayes Spielweise klingt irgendwie nach dem vergeblichen Versuch so funky wie Billy Preston zu klingen.
Allerdings gefällt mir gerade der Verzicht auf Wakeman'schen Pomp und die deutliche Dominanz des Gitarrenspiels hier so gut.
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Re: 40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

Beitrag von BBQ.Master » Sa 19. Feb 2011, 12:11

Das Album war für mich der Einsteig in die Yes-Welt. Ich betrachte es als Yes' Schlüsselalbum (auch wenn ich andere Alben wesentlich besser finde), was auch daran deutlich wird, wie viele Klassiker sich auf dem Album befinden. Hier wird zum ersten Mal deutlich, was die Band wirklich kann.
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Re: 40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

Beitrag von Member X » Sa 19. Feb 2011, 14:05

Für mich ist das Album noch vor dem Yes-Stil, der für mich top ist. Yessongs ist mein Einstieg gewesen und vermittelt(e) mir die Musik.

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Fragile
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Re: 40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

Beitrag von Fragile » Sa 19. Feb 2011, 14:43

soundmunich hat geschrieben:Für mich ist das Album noch vor dem Yes-Stil, der für mich top ist. Yessongs ist mein Einstieg gewesen und vermittelt(e) mir die Musik.
So ähnlich war es bei mir auch. Das "Yes-Album" habe ich mir so ca. vor 4 Jahren im Sommer zugelegt. Da war ich allerdings auch schon ziemlich "Yessongs"-geschädigt und finde auch heute noch die verschiedenen Liveversionen von ISAGP, "Starship Trooper", "Perpetual Change" und "Yours Is No Disgrace" sehr viel besser. Trotzdem möchte ich es in meiner Sammlung nicht missen. Bill, Tony und Chris machen musikalisch einen sehr guten Job und auch Steve kann mit seinem Debüt bei Yes vollkommen überzeugen.

Über Bill's Bonanza-Anekdoten zu "Yours Is No Disgrace" in der "Yesyears"-Doku muss ich immer wieder lachen ("We must've been cowboy crazy! Dam da-dam dam, here they come (*lassoschwing*), dam da-dam dam...").
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Re: 40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

Beitrag von hans » Di 22. Feb 2011, 19:23

Nachdem ich durch 90125 auf Yes gekommen war, gehörte The Yes Album im Sommer 1984 zu den ersten alten Yes-Platten, die ich mir -damals noch auf Vinyl- kaufte. Close to the Edge oder Relayer waren damals für mich faszinierende Klang-Landschaften, die mich neugierig machten, aber es dauerte natürlich, bis der Mainstream-gewohnte Hörer sich da hineingewühlt hatte. Auf Anhieb faszinierten und begeisterten mich folglich erstmal Going for the One und eben The Yes Album, da auf diesen Alben Komplexität mit Eingängigkeit verbunden wurde und ich so den Zugang zum Yes-Universum entdecken konnte, ohne dass meine Ohren zu sehr angestrengt wurden. Wenn man so will, war The Yes Album also für mich so etwas wie der ausgerollte rote Teppich zu Close to the Edge und Relayer, die ich heute so sehr verehre.

Bei mir persönlich hat TYA den "Test of Time" erfolgreich bestanden und wird nach wie vor regelmäßig gehört. Ich finde, es klingt immer noch frisch und motiviert, es ist voll von guten Ideen und hat eine gewisse "undogmatische Unschuld". Auch finde ich gerade auf diesem Album die Abwesenheit von Rick Wakeman sehr angenehm. So sehr Wakeman auch als Schlüsselfigur zu Fragile, CTTE oder GFTO gehört, hier würde mich sein dominanter Stil eher stören, das passt hervorragend mit Tony Kayes banddienlichem, unauffälligem Stil.

Ich habe das Yes Album in's Herz geschlossen, wie man unschwer hier herauslesen kann. ;)
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Aprilfrost
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Re: 40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

Beitrag von Aprilfrost » Di 22. Feb 2011, 20:58

Passt nicht so ganz hierher, aber auch nicht so ganz woanders hin...

In seinem 2010 erschienen Buch Mountains come out of the Sky schreibt der Autor und Prog-Experte Will Romano (Übersetzung von Aprilfrost):

Die erste Aufnahme der Band mit dem neuen Gitarristen, ganz simpel „The Yes Album“ genannt, war ein Manifest: Dies war die neue Band mit einer neuen Stilrichtung, auf einen bewährten Sound aufgebaut, der im wesentlichen die Karriere der Band begründete.

„The Yes Album“ zeigte Yes in einem anderen, vielleicht besseren Licht. Obwohl Emerson Lake & Palmer auf dem Weg zu Superstars waren (sie wurden tatsächlich schon als Supergruppe betrachtet, bevor sie ihren ersten Auftritt hatten), zeigten Yes, dass sie ebenfalls an Boden gewannen, ebenso wie ähnliche Künstler wie Jethro Tull und sogar ihre Idole King Crimson.

„Insgeheim fühlten wir uns King Crimson ebenbürtig“, sagt Howe. „Offenkundig waren ELP dichter an unserer Spielweise und genauso offenkundig gab es Respekt für das, was sie taten: Rick und Keith Emerson … irgendwie denkst du an beide im selben Atemzug. Aber bald merkten wir, dass – warte mal – dass wir ein kleines Stück Ackerland auf dem Gebiet besaßen, dass die „Englische Wiederauferstehung“ genannt wurde, oder was ich Post-Psychedelia nenne. Es gab etwas Nettes, Abgefahrenes an uns, und wir fanden uns irgendwie mit unseren Füßen in einer völlig neuen Welt wieder.“

„Das Witzige war, als ich zu der Zeit mit Yes zu tun hatte, hatte ich ebenfalls mit Emerson Lake & Palmer zu tun“ sagte der Produzent Eddy Offord. „Ich verbrachte eine Menge Zeit mit beiden Bands. Keine von beiden wollte, dass ich mit der anderen Band arbeite. Yes sagten: Halte dich von ELP fern, und ELP sagten: halte dich von Yes fern. Jede [Band] versuchte die andere zu übertreffen, um heraus zu finden, wer abenteuerlicher und innovativer war, und wer am weitesten gehen würde. Beide hatten sicher ein Auge darauf, was jeder machte, um zu sehen, ob sie es besser machen könnten.“

Der Einfluss Howes war sofort zu spüren. In den Eröffnungstakten des ersten Tracks des "Yes Album" „Yours Is No Discgrace“ holt Howe jede Unze aus den Saiten und presst einen Blechinstrumenten ähnlichen, annähernd wah-gedehnten metallischen Ton (über ein frühes Flanger-Gerät) aus seinem Spiel und seiner zuverlässigen Gibson ES-175.

„Yours Is No Disgrace“ kennzeichnet einen der längsten Songs, der bislang auf einer Yes-Aufnahme erschien – über neuneinhalb Minuten, und ließ eine Ahnung aufkommen von den längeren Stücken aus dem zukünftigen Repertoire der Band, wobei der Moogsynthesizer hervor sticht, am deutlichsten im eröffnenden Instrumetalteil, wo er das Hauptthema ausführt.

Live im Lyceum Theatre in London im Juli 1970 aufgenommen wurde „The Clap“, ein Solo-Akustik-Stück, gekennzeichnet durch den Stil eines Ragtime Fingerpickings, einer weiteren Facette im Repertoire Howes und der Band. Vom Titel „The Clap“ wird gesagt, dass es sich um eine Fehlbenennung handelt (er sollte einfach „Clap“ heißen, eine Hommage an die Geburt von Howes Sohn Dylan). Erstaunlich, wie ein Wort die Bedeutung eines Titels völlig verändern kann.

Der Titel „Starship Trooper“ war inspiriert von Robert Heinleins 1959 erschienenen Science-Fiction-Roman Starship Trooper, obwohl er wenig (wenn überhaupt etwas) mit der Geschichte des Buches zu tun hat. Wie auch immer, es scheinen sich einige wenige Fäden [der Handlung - Ap.Fr.] durch den Song zu ziehen. Wieder einmal sieht es so aus, als würde der Text Andersons Reise zum Göttlichen erfassen, eingehüllt in persönliche Erinnerungen, der Weisheit von Sternenreisen, New-Age-Gefühl und UFO-Metaphorik.

„Ich erinnere mich, dass Jon ein sehr nervöser Sänger war“ sagte Offord. „Yes erarbeiteten einen Song und der arme Jon musste seinen kleinen Part zu diesem Meisterwerk singen. Der Junge zitterte wie Espenlaub, weißt du? Er war immer nervös, und wir waren ständig dabei Mittel zu finden, die ihn entspannten. Am Anfang war er vor allem nervös wegen seiner fehlenden musikalischen Ausbildung, aber ich glaube, indem er sich im Laufe der Zeit mit Steve verbündete, der mehr musikalisches Material lieferte, wurde er selbstsicherer.“

„The Yes Album“ war der Durchbruch für Yes und erreichte Platz sieben in den britischen Charts im April 1971 (es wurde 1972 ein Top 40 Hit in den USA). Immerhin war es eine bunte Mischung aus Originalität und wieder aufbereiteten Ideen (z. B. veränderte Howe „Nether Street“, einen Song, den er als Mitglied für „Bodast“ (mit) geschrieben hatte zu „Würm“, dem transzendenten Höhepunkt von „Starship Trooper“).

Man unterstellt auch, dass das Songschreiben so viel mit „Demokratie“ bei der Arbeit zu tun hat wie mit dem Bedürfnis des Hauptkomponisten in der Band, als einziger genannt zu werden, sei es auch für einzelne Ausschnitte. (Wer könnte bestreiten, das der „Life Seeker“-Part von „Starship Trooper“ direkt aus dem spirituellen Manuskript Andersons stammt? Oder dass der Harmoniegesang bei „Disillusions“ aus demselben Song von Squires Liebe für Simon & Garfunkel, sowie von seinen Kirchenchorerfahrungen in der Kindheit beeinflusst ist?)

So zynisch es klingt, das ist es, was die Konkurrenz innerhalb der Band anheizte und Yes zur Größe puschte. Das Erstrahlen des individuellen Talents (das seinen Höhepunkt in der nächsten Yes-Aufnahme „Fragile“ finden sollte) kann gut einer der Schlüsselkomponenten des Prog Rock sein. Übrigens ist die Veröffentlichung eines Gitarrensolos wie „The Clap“ - trotz der brillanten Komposition und Aufführung - nicht der geeignetste Weg der Welt zu beweisen, dass man eine zusammenhängende Einheit ist. Es dient zum angeben. Fans sagen: Gott sein Dank.
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Re: 40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

Beitrag von SOON » Mi 23. Feb 2011, 21:59

Aprilfrost hat geschrieben: Übrigens ist die Veröffentlichung eines Gitarrensolos wie „The Clap“ - trotz der brillanten Komposition und Aufführung - nicht der geeignetste Weg der Welt zu beweisen, dass man eine zusammenhängende Einheit ist. Es dient zum angeben. Fans sagen: Gott sein Dank.
Eine diffuse These! ich möchte hier wiedersprechen!
Nur weil man solistische Freiräume hat ist man keine Einheit als Band? :?
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Re: 40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

Beitrag von Aprilfrost » Do 24. Feb 2011, 07:17

(Hinweis: Das Zitat stammt aus dem erwähnten Buch, nicht von Aprilfrost.)
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Re: 40 Jahre "The Yes-Album" - Diskussions-Thread

Beitrag von SOON » Fr 11. Mär 2011, 17:41

hier eine Geschichte zum "The YES Album" von Jon Anderson.

[youtube]zgKxBjmerp8[/youtube]
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