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Tangerine Dream

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Aprilfrost
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Tangerine Dream

Beitrag von Aprilfrost » Mo 11. Jun 2012, 19:50

Einen kurzen Artikel √ľber Tangerine Dream (TD) zu schreiben ist alles andere als einfach. Bereits 1967, also vor 45 Jahren (!) wurde die Elektronic-Band von Mastermind Edgar Froese gegr√ľndet. Nach vielen personellen und stilistischen Wechseln ist er der einzige, der durchgehend zur Band geh√∂rt(e). Dass TD mit Edgar Froese nicht identisch ist, davon zeugen seine zahllosen Solo-Alben. Die Musik von TD ist immer ein gemeinsames Produkt unterschiedlicher Musiker.

Vor ihrer Zeit der √ľberwiegend elektronisch erzeugten Kl√§nge war TD eine Rockband mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Saxophon, Fl√∂te und Geige. Nicht gerade die klassische Kombination von Instrumenten zur Zeit von Flower Power und grundsolider Rockmusik. Bereits 1969 stieg Bassist Herkenberg aus, woraufhin die anderen TDs mit wechselnden Musikern durch die Republik tourten. Dann ergab sich der Gl√ľcksfall, dass der Schlagzeuger Klaus Schulze zur Band stie√ü. Mit ihm und Conrad Schnitzler nahm Froese das Album ‚ÄěElectronic Meditation‚Äú auf (1970). Die Musiker gaben sich die Klinke in die Hand, bis mit Edgar Froese, Christopher Franke und Peter Baumann eine Besetzung √ľber einen l√§ngeren Zeitraum Bestand hatte. (Baumanns zwischenzeitliche eher kurzen Pausen sollen hier mal vernachl√§ssigt werden.) Mit dieser Formation entstanden so wegweisende Alben wie ‚ÄěPhaedra‚Äú, ‚ÄěRicochet‚Äú oder ‚ÄěStratosfear‚Äú.

Bild


1977 ging Baumann dann endg√ľltig, und f√ľr ‚ÄěCyclone‚Äú wurden Steve Jolliffe und Klaus Kr√ľger ins Boot geholt. Erstmals ist auf diesem TD-Album Gesang zu h√∂ren, was von den Fans unterschiedlich angenommen wurde. Zwischen 1983 und 1985 (und dar√ľber hinaus) nahm TD mehrere Soundtracks auf. 1988 verlie√ü dann auch Christopher Franke die Band, um sich seiner Solokarriere als Soundtrack-Komponist zu widmen. (Sci-fi-Freunden ist er von der Serie ‚ÄěBabylon 5‚Äú her bekannt.) Inzwischen hatte sich bereits Paul Haslinger als festes Bandmitglied etabliert. Er blieb bis 1990.

Auf den fr√ľhen LP-Covers war immer ‚Äď meist klein und schwarz-wei√ü ‚Äď das Bild eines kleinen Jungen eingescannt. Es handelt sich um den Sohn von Edgar und Monique Froese (die nebenbei wundervolle Cover entwickelte) Jerome. Dieser junge Mann war 1989 alt genug, um als Gitarrist bei TD einzusteigen. Jerome und Edgar gr√ľndeten 1996 ihr eigenes Plattenlabel TDI. Zeitweise hielten sie die Band als Duo am Leben.



Tangerine Dream sind bis heute ungeheuer produktiv geblieben, wovon ihre umfangreiche Diskographie zeugt. Neben Live-Auftritten spielten sie weiterhin sowohl eigenst√§ndige als auch Soundtrack-Alben ein. Der Themenkatalog erstreckt sich von Dantes G√∂ttlicher Kom√∂die √ľber die Chinesische Mauer und die Mars Expedition Mars Polar Lander bis hin zu einer Hommage an Syd Barrett.

Es g√§be noch viel zu Tangerine Dream zu schreiben, aber der Thread ist noch kurz. Man kann also noch viel erg√§nzen. Bei einem derart gro√üen Output bleibt es nicht aus, dass nicht alles den Geschmack des TD-Fans trifft. (√Ąhnlich wie bei Rick Wakeman). Doch ist das Tangerinen-Universum gro√ü genug, dass man sich seine Fr√ľchte herauspfl√ľcken kann und den Rest anderen H√∂rern √ľberl√§sst.
Zur Diskographie sei auf den umfangreichen Wikipedia-Artikel verwiesen. Das √úbernehmen in diesen Thread w√ľrde den Rahmen sprengen.

WIKIPEDIA: http://de.wikipedia.org/wiki/Tangerine_Dream
HOMEPAGE: http://www.tangerinedream-music.com/
FACEBOOK: https://www.facebook.com/TANGERINEDREAM ... AL?sk=wall
Be the unexpected! (Sef Scott)

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Rushy
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Re: Tangerine Dream

Beitrag von Rushy » Fr 8. Aug 2014, 18:52

Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

[bbvideo=425,350]https://www.youtube.com/watch?v=FzijFhkdbeA[/bbvideo]Ich liebe dieses Teil und ich liebe die Serie "Street hawk "
Living in a Prog and Roll Fantasy[align=justify][/align]

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Re: Tangerine Dream

Beitrag von nixe » Di 27. Jan 2015, 20:07

Tangerine Dream: Seit wann kenne ich eigentlich Tangerine Dream? Anders gefragt: Wann hörte ich deren Namen zum ersten Male?
& wieder sind es die 70-er, in diesem Falle w√ľrde ich sagen: ca.'77!
Trend auf*m Berliner Rundfunk machte eine Sendung √ľber Synthesizer, erw√§hnten Pink Floyd (wie passend) & Tangerine Dream in einem AtemZug & brachten kurze Ausschnitte von A Saucerful of Secrets & Alpha Centauri & ich wu√üte damals nicht, wer wer ist! Ich war sogar sauer, weil Alpha Centauri nicht von Pink Floyd war! Heute: Ehre dem Ehre geb√ľhrt!
Sp√§ter in den 80-ern: wieder Pink Floyd & Tangerine Dream: Meine Schwester wollte mir aus Erfurt Wish you were here, klar die Amiga-Fassung, mitbringen, hat sie nicht bekommen, daf√ľr aber Quichote [thumbnail]http://tachyontv.typepad.com/.a/6a00d834516a1969e2013484133b09970c-800wi[/thumbnail] die Amiga-LP vom Konzert im Pergamon-Museum, Berlin-Ost. Die Parole hie√ü: auflegen & anh√∂ren! Damals war ich noch gegen acoustische Instrumente & mu√üte erstmal ca. 5 min. durch*s piano"Geklimper"! Wann geht es denn los?, war die Frage, die ich mir stellte, dabei hatte es doch schon l√§ngst angefangen!!! OK, die 15 min. Edgar an der Gitarre haben mich den Anfang vergessen lassen. Wieder der Berliner Rundfunk, der brachte dann noch den ersten Teil des concertos, ein 38 min. St√ľck ohne Namen! Da w√§re man doch zugern dabei gewesen!
& noch mal: Pink Floyd & Tangerine Dream: Bild Hier kann man unter anderem lesen (ich hoffe, das man es lesen kann!), das sie als einzige Band neben mit Pink Floyd ein Festival in Kärnten bestritten! Auch hier wurden Träume herbei gesehnt!
F√ľr mich sind sie definitiv die SpeerSpitze der electronischen Music!
Kurze Zeit, nach dem Album Zeit, brachte Klaus Schulze sein Album Cyborg herraus & jemand fragte Edgar, warum er ihn damals rausgeschmissen hat?
'99 l'Age d'Analogue: ein sampler von französischen Bands, die klingen wie Tangerine Dream,
BildBild
also haben sie hier zumindest ihre Spuren hinterlassen? Nein, sie waren √ľberall popul√§rer als im eigenen Land!
KraftWerk sind f√ľr mich gerademal die VorReiter des Takkno! Ich habe sie nach RadioAktivit√§t verlassen!
Tangerin Dream erst mit dem Le Parc Album, als ihre suiten nicht mehr sein sollten. In ihren k√ľrzeren songs war dann permanent das Geklopfe von Sequencern zu h√∂ren, das war mir zu billig!!! & Klaus Schulze, der macht auch suiten, noch l√§nger als Tangerine Dream, aber seine Sequencer-Attit√ľden dauern auch doppelt solange & sind doppelt so langweilig, trotzdem habe ich auch *ne ganze Menge von ihm, wie auch von Tangerine Dream!!!
Tsch√ľ√ü
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Re: Tangerine Dream

Beitrag von nixe » Fr 30. Jan 2015, 09:43

1970 Electronic Meditation
1971 Alpha Centauri
1972 Zeit
1973 Atem
1974 Phaedra
1975 Ricochet
1975 Rubycon
1976 Stratosfear
1977 Encore
1977 Sorcerer
1978 Cyclone
1980 Pergamon
1980 Tangram
1981 Exit
1981 Thief
1982 White Eagle
1982 Logos Live
1983 Wavelength
1983 Hyperborea
1984 Poland (The Warsaw Concert)
1984 The Park Is Mine
1984 Flashpoint
1984 Firestarter
1985 Le Parc
1985 Dream Sequence
1985 Legend
1985 Heartbreakers
1986 Green Desert
1986 Underwater Sunlight
1987 Shy People
1987 The Collection
1987 Tyger
1987 Near Dark
1987 Deadly Care
1988 Optical Race
1988 Live Miles
1989 Miracle Mile
1989 Lily on the beach
1989 Dead Solid Perfect
1989 Catch me if you can
1989 Destination Berlin
1990 Melrose
1991 Canyon Dreams
1992 Rockoon
1993 220 Volt Live
1994 Tangents 1973-1983
1994 Zoning
1994 Turn of the tides
1995 Tyranny of beauty
1995 Dream mixes one
1995 Book of Dreams
1996 Goblins Club
1996 The Dream Roots Collection
1997 Valentine Wheels
1997 Ambient Monkeys
1997 Tournado
1997 Oasis
1998 Atlantic Bridges (1988-98)
1998 TimeSquare-Dream Mixes 2
1998 Quinoa
1998 Atlantic Walls (1988-98)
1998 Transsiberia
1998 Dream Encores
1998 The Hollywood Years Vol.1
1998 The Hollywood Years Vol.2
1999 Mars Polaris - Deep Space Highway To Red Rocks Pavilion
1999 What a Blast
1999 Sohoman
2000 I-Box (1970-1990)
2000 The Seven Letters From Tibet
2000 Antique Dreams 8.00
2000 Soundmill Navigator
2000 Great Wall Of China
2001 Dream Mixes Three
2002 Inferno
2003 Rockface. Live at Berkeley
2003 Mota Atma
2003 The Bootleg Box Set Vol.1
2004 Purgatorio
2004 East - Live
2004 The Bootleg Box Set Vol.2
2004 Live - Arizona '92
2005 Phaedra 2005
2005 Rocking Mars
2005 Jeanne D'Arc
2005 Kyoto
2005 Live Brighton - March 25th 1986
2006 35th Phaedra Anniversary Concert - Live in London (DVD)
2006 Paradiso
2006 Nebulous dawn
2007 Summer In Nagasaki (Part One from the Five Atomic Seasons)
2007 Springtime in Nagasaki (Part Two from the Five Atomic Seasons)
2007 Madcap's Flaming Duty
2007 One night in space (EP)
2007 Bells of Accra (EP)
2008 Autumn In Hiroshima (Part Three from the Five Atomic Seasons)
2008 The Anthology Decades - The Space Years Volume One
2008 Tangram 2008
2009 Winter in Hiroshima (Part Four from the Five Atomic Seasons)
2010 Under Cover. Chapter One
2011 Edgar Allan Poe's The Island of the Fay. A Nonverbal Musical Translation
2011 Mona Da Vinci
2012 Booster V
2013 One Night in Africa
Ergänzung durch Empfehlung von biggenerator:
2013 Cruise To Destiny" (rehearsal session) (Single CD)
2013 Booster VI (2 CD)
2013 Franz Kafka ‚Äď The Castle
2013 Lost in Strings Vol. 1(Edgar Froese plays Guitar)
2014 Chandra ‚Äď The Phantom Ferry ‚Äď Part II
2014 The Cinematographic Score ‚Äď GTA 5 (Score zum Videospiel GTA 5)
(2013/2104)
2014 Josephine The Mouse Singer (Single CD)
(2014/2015) Booster VII (Single CD)
2014 SUPERNORMAL - THE AUSTRALIAN CONCERTS
(3 CD Set + LARGE-SIZED BOOKLET) LIVE ALBUM 2014

siehe auch:
https://www.ssl-id.de/edgarfroese.de/sh ... &g2=f905dc
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Re: Tangerine Dream

Beitrag von nixe » Fr 30. Jan 2015, 09:53

Bild
Das auf Tonträgern dokumentierte Schaffen der Elektronik Pioniere Tangerine Dream kann wie folgt unterteilt werden :
1970-73
Die Anfangsphase (auch The Pink Years genannt), beginnend mit dem avantgardistisch-krautrockigen, den irref√ľhrenden Titel "Electronic Meditation" tragenden Deb√ľtwerk. Dann √úbergang zur teilweise von Pink Floyd beeinflussten, "kosmischen" Musik. Erst auf dem zweiten Album "Alpha Centauri" kommen Synthesizer zum Einsatz, bis dahin kam man ohne elektronische Instrumente aus. Nach den Aufnahmen zu "Green Desert", die erst in den 80-ern in √ľberarbeiteter Form ver√∂ffentlicht wurden, unterschrieb die wahrscheinlich beste Tangerine Dream-Besetzung (Froese, Franke, Baumann) einen Plattenvertrag bei Virgin Records. (Siggy Zielinski)
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Re: Tangerine Dream

Beitrag von nixe » Fr 30. Jan 2015, 10:05

1970 Electronic Meditation
BildBild
Besetzung:
Edgar Froese Gitarre, Klavier, Orgel
Konrad Schnitzler Cello, Violine, Gitarre
Klaus Schulze Schlagzeug
Tracklist:
1. Genesis 5:57
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=6c2K-BIibpE[/bbvideo]
2. Journey Through a Burning Brain 12:32
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=010jns1VcfU[/bbvideo]
3. Cold Smoke 10:48
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=PXbsnzMkjVU[/bbvideo]
4. Ashes to Ashes 3:58
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=9jeIW0hgvZg[/bbvideo]
5. Resurrection 3:21
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=egqNokZNXgY[/bbvideo]
Gesamtlaufzeit 36:36
Jochen Rindfrey:
Die Berliner Gruppe Tangerine Dream ist neben Kraftwerk die bekannteste Elektronik-Formation Deutschlands, und genau wie diese begannen sie fast gänzlich un-elektronisch.
Das Album startet mit "Genesis", das von Schnitzlers kratzigem, knarrenden Cello dominiert wird, kombiniert mit wildem Getrommel und furiosen Fl√∂tenkl√§ngen (von wem die kommen, erf√§hrt man nicht). Nach einiger Zeit bildet sich so etwas wie ein Rhythmus heraus, aber kaum ist das der Fall, ist das St√ľck schon zu Ende, und es geht direkt in "Journey through a burning brain" √ľber. Dies beginnt zun√§chst als Freiformst√ľck, dann setzt die Orgel mit m√§chtigen T√∂nen ein, und schlie√ülich entwickelt sich das St√ľck zu einer grellen Gitarrenorgie. F√ľr mich der H√∂hepunkt auf "Electronic Meditation".
"Cold Smoke" beginnt mit leisen Orgelkl√§ngen, die immer wieder von kurzen Chaosausb√ľchen unterbrochen werden. Dann kratzt das Cello wieder, und flottes Schlagzeug setzt ein und wieder aus, und wieder kommt es zu einer gnadenlosen psychedelischen Gitarrenattacke.
"Ashes to Ashes" wirkt im Vergleich zum Rest der Platte geradezu konventionell gestrickt - durchgehender Rhythmus und eine halbwegs erkennbare Melodie. Das St√ľck steigert sich immer mehr ins Furiose und wird dann pl√∂tzlich ausgeblendet.
Das abschlie√üende "Resurrection" beginnt mit einer geradezu feierlichen Orgelmelodie, zu der ein Sprecher unverst√§ndlichen, da r√ľckw√§rts eingespielten Text deklamiert. Im weiteren Verlauf wird dann das Thema des Auftakts√ľckes "Genesis" aufgenommen.
Schon kurz nach der Entstehung von "Electronic Meditation" verließen Schulze und Schnitzler die Band. Konrad Schnitzler ging zu Kluster, die sich noch radikaleren Tonexperimenten zuwandten, Klaus Schulze startete nach einem kurzen Zwischenstopp bei Ash Ra Tempel eine beeindruckende Solokarriere im Bereich elektronischer Musik.
Fazit: nur etwas f√ľr Experimentierfreudige!
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Re: Tangerine Dream

Beitrag von nixe » Fr 30. Jan 2015, 10:24

1971 Alpha Centauri
Bild
Besetzung:
Edgar Froese Gitarre, Bass, Orgel
Christoph Franke Percussion, Lotosflöte, Harfe, Zither, Synthesizer
Steve Schroyder Orgel, Echomaschine, Stimme
Gastmusiker:
Udo Dennebourg Flöte
Roland Pualyck Synthesizer
Tracklist:
1. Sunrise in the Third System 4:20
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=_5SMyYj0D2o[/bbvideo]
2. Fly and Collision of Comas Sola 13:23
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=JsMWazTDJt8[/bbvideo]
3. Alpha Centauri 22:04
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=8NlbAVYP7fg[/bbvideo]
Gesamtlaufzeit 39:47
Jochen Rindfrey: (Rezension 1 von 2)
In Zusammenhang mit "Alpha Centauri" schufen Tangerine Dream den Begriff "Kosmische Musik", ein Etikett, unter dem zahlreiche deutsche Bands der fr√ľhen Siebziger auftraten.
"Sunrise in the Third System" beginnt mit sanfter Gitarre und brummender, im Laufe des St√ľcks m√§chtiger werdender Orgel. Immer wird es von elektronischen Klangschleifen durchdrungen. Gegen Ende wird die Orgel richtig majest√§tisch, dann bricht das St√ľck auch schon ab.
Freie elektronische Kl√§nge bilden den Auftakt von "Fly and Collision of Comas Sola", dem sch√∂nsten St√ľck auf "Alpha Centauri". Dann stehen wieder weiche, langsam m√§chtiger werdende Orgelkl√§nge und sanfte Gitarrenakkorde im Vordergrund, erg√§nzt von furiosem Fl√∂tenspiel. In der zweiten H√§lfte setzt das Schlagzeug ein, und das St√ľck entwickelt sich zu einer wilden Orgie aus rasendem Getrommel, immer noch von m√§chtiger Orgel untermalt.
Das Titelst√ľck schlie√ülich ist v√∂llig struktur- und rhythmusfrei. Von Orgel und Fl√∂te dominiert und immer wieder mit elektronischen Ger√§uschen unterlegt, deutet es bereits den Stil des Folgealbums "Zeit" an.

Achim Breiling: (Rezension 2 von 2)
"Die Bezeichnung "kosmisch" steht f√ľr die maximale Vorstellung der r√§umlichen Ausdruckskraft eines Tones. Wir beziehen unsere Inspirationen tats√§chlich aus dem Kosmos. Wir wollen versuchen, mit dieser sogenannten "Kosmischen Musik" Vorg√§nge h√∂rbar zu machen, die am Rande der wahrscheinlichen Vorstellungskraft des Menschen liegen.!
Nach dieser Aussage von Edgar Froese sollte die Welt der deutschen Musikpresse nicht mehr dieselbe sein. "Kosmische Musik" war ein wunderbarer Marketingbegriff, von dem insbesondere Ohr-Labelchef Rolf-Ulrich Kaiser begeistert war. "Kosmisch" war nach Froeses Kommentar zu "Alpha Centauri" ein guter Teil von Kaisers Produktionen, die zuletzt auf dem eigens geschaffenen Label namens "Kosmische Kuriere" erschienen. Schliesslich wurde der Begriff zum Etikett f√ľr all jene Musik aus deutschen Landen, die aus ausgedehnt dahinwabernden und meist elektronisch erzeugten Klangabl√§ufen bestand.
Zentrales Element solcherart Musik sollte der Synthesizer werden, der auf "Alpha Centauri" erstmals auf einem Tangerine Dream-Album zum Einsatz kommt. Allerdings steht er noch nicht im Zentrum der Musik, sondern sorgt hier f√ľr begleitende und verfremdende, durch die St√ľcke huschende und wabernde T√∂ne. Bestimmt wird "Alpha Zentauri" von eher herk√∂mmlichen Instrumenten, vor allem Orgel, Gitarre, Bass, Fl√∂te und Perkussion, deren Kl√§nge allerdings mitunter stark verfremdet, insbesondere mit Echo und Hall versehen werden. Das Ergebnis sind zwei lange Klanggebilde ("Sunrise In The Third System" und "Fly And Collision Of Comas Sola" gehen ineinander √ľber), bestehend aus langgedehnten Orgell√§ufen, verfremdeten Gitarren- und Basslinien, einer dezent hallenden und schallenden Perkussion (insbesondere Beckendr√∂hnen), den schon erw√§hnten elektronischen Soundwolken und gelegentlichen Einlagen an Fl√∂te, Schlagzeug und einiger anderer, oben in den Credits aufgef√ľhrten Instrumente. Eine recht zentrale Rolle kommt der Fl√∂te zu, die meist von Gastmusiker Udo Dennebourg bedient wird. In der zweiten H√§lfte von "Fly And Collision Of Comas Sola" setzt Franke zum ersten und einzigen Mal auf dem Album sein Schlagzeug ein und sorgt mit recht heftigem, stark hallendem Getrommel f√ľr den von Jochen weiter oben beschriebenen orgiastischen Ausbruch.
Wie später auf "Zeit" benutzen Tangerine Dream auf "Alpha Centauri" eine ganze Reihe von konventionellen Instrumenten, die elektronisch so stark verfremdet werden, dass mitunter der Eindruck einer rein elektronisch erzeugten Musik entsteht. Allerdings gehen die Berliner auf ihrem Zweitling in dieser Hinsicht noch nicht so weit, wie auf dem Nachfolgealbum. Einen ab und zu an Pink Floyd erinnernden, von der Orgel dominierten, meditativ dahingleitenden Krautrock gibt es auf "Alpha Centauri" zu hören, der ein Mittelding zwischen dem "Electro-Punk" von "Electronic Meditation" und dem freien Tonschweben von "Zeit" darstellt. Gegen Ende der Scheibe erzeugen die Berliner dabei eine sehr dichte Musik aus hallenden Orgelklängen und textlosem Gesang, der in seiner sakralen Intesität an das mächtige "Vuh" vom zweiten Album der Kollegen von Popol Vuh erinnert.
Dem mir vorliegenden CD-Reissue von "Alpha Centauri" (2002, Sanctuary Records) ist als Bonusst√ľck die 1971 erschienen Single "Ultima Thule Part 1" beigef√ľgt. Das dreienhalb Minuten lange St√ľck bietet eine sehr kantige, von heftig verzerrten Gitarrenkl√§ngen dominierte Musik, die noch ganz im Stil des Erstlingsalbums gehalten ist.
"Alpha Centauri" markiert den Übergang vom schrägen Krautrock der ersten Phase von Tangerine Dream hin zum elektronischen Klangblubbern der Alben "Zeit" und "Atem". Da die Musik um einiges abwechslungsreicher als auf letztgenannten Tonträgern ist und dem Ganzen ein sehr sympatischer, rauh-experimenteller Charme beiwohnt, ziehe ich die Scheibe - und den Vorgänger "Electronic Meditation" - jedem späteren Album der Berliner vor. Krautrockliebhaber sollten die beide ersten Alben von Tangerine Dream im Schrank stehen haben!
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Re: Tangerine Dream

Beitrag von nixe » Fr 30. Jan 2015, 18:46

bonus:
4. "Oszillator Planet Concert" (Sanctuary/Castle (2002), Arcàngelo (2004), Reactive/Esoteric (2011)) 8:03
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=_emavwYS684[/bbvideo]
Ultima Thule
Bild
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=DX8LcfaPdQs[/bbvideo]
[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=9PSyPkZQpO8[/bbvideo]
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Re: Tangerine Dream

Beitrag von SOON » Fr 30. Jan 2015, 23:03

in diesem Zusammenhanf ist diese Raritätencombi sehr interessant.

1-1 ‚ÄďOnes, The Lady Greengrass 7" 2:44
1-2 ‚ÄďOnes, The Love Of Mine 7" 3:05
1-3 ‚ÄďTangerine Dream Ultima Thule Part 1 7" 3:23
1-4 ‚ÄďTangerine Dream Ultima Thule Part 2 7" 4:13
1-5 ‚ÄďTangerine Dream Sunset In The Fifth System 6:40
1-6 ‚ÄďTangerine Dream Asteroid Agenda 11:20
1-7 ‚ÄďTangerine Dream Maroubra Bay 7:27
1-8 ‚ÄďTangerine Dream Borealis 4:48
1-9 ‚ÄďTangerine Dream Mysterious Semblance At The Strand Of Nightmares 6:31
1-10 ‚ÄďTangerine Dream Run To Vegas 10:11
2-1 ‚ÄďTangerine Dream Exit To Heaven 4:46
2-2 ‚ÄďTangerine Dream Pink Ashes 4:11
2-3 ‚ÄďTangerine Dream Landing On 51 7:58
2-4 ‚ÄďTangerine Dream The Seventh Folder 7:40
2-5 ‚ÄďTangerine Dream The Burning Hole 3:39
2-6 ‚ÄďTangerine Dream Rare Bird 3:42
2-7 ‚ÄďTangerine Dream Silver Pendulum 4:57
2-8 ‚ÄďTangerine Dream Shy Shila 5:25
2-9 ‚ÄďTangerine Dream Huckebees Dream 10:48


Credits

Compiled By, Compilation Producer ‚Äď Edgar Froese
Engineer ‚Äď Steven van Danen
Performer [Tangerine Dream 1969] ‚Äď Conrad Schnitzler, Edgar Froese, Eliot Cromwell, Karsten Dorinth, Klaus Schulze, Malcom Hines, Philip van de Gros, Shawn Ron Seal, Sven Ake Johansson*
Performer [Tangerine Dream 1970] ‚Äď Christoph Franke*, Conrad Schnitzler, Edgar Froese, Klaus Schulze, Steve Schroyder
Performer [Tangerine Dream 1971-1977] ‚Äď Christoph Franke*, Edgar Froese, Peter Baumann
Performer [Tangerine Dream 1978] ‚Äď Christoph Franke*, Edgar Froese, Klaus Krieger*, Steve Jollife*
Performer [Tangerine Dream 1980] ‚Äď Christoph Franke*, Edgar Froese, Johannes Schmoelling*
Performer [The Ones 1967] ‚Äď Charly Prince*, Detlef Stegen, Edgar Froese, Hacky Hornbach, Kurt Herkenberg, Lanse Hapshash, Mick Auerbach*, RonPerrit*, Volker Hombach, Will Stegen
Photography ‚Äď Monika Froese, Phil Rasmussen, Wilfried Bauer

Notes
All selections recorded between 1967-1988.
Compiled at Eastgate Sudios, Vienna.

Bild
MAKE PROG NOT WAR ! ---> ---> My 2018 Album Faves

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Re: Tangerine Dream

Beitrag von nixe » Sa 31. Jan 2015, 07:22

Ich hatte sie gestern beim rumst√∂bern entdeckt, kenne sie aber nicht & dachte mir, das es sich "nur" um einen sampler handelt. Die JahersZahlen sind aber noch in meinem Limit, was ich nicht gefunden hatte, als bestellungsw√ľrdig!!!
P.S.: Habe noch den bonus: 4. "Oszillator Planet Concert" hinzu editiert!!!
Tsch√ľ√ü
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Re: Tangerine Dream

Beitrag von nixe » Sa 31. Jan 2015, 08:13

1972 Zeit
Bild
Bild
Bild
Besetzung:
Edgar Froese Gitarre, Generator
Christoph Franke Synthesizer
Peter Baumann Synthesizer, Orgel, Vibraphon
Gastmusiker:
Steve Schroyder Orgel
Florian Fricke Synthesizer
Joachim Grumbkow Cello
Hans-Joachim Br√ľne Cello
Johannes L√ľcke Cello
Christian Vallbracht Cello
Tracklist:
1. Birth of Liquid Plejades 19:50
2. Nebulous Dawn 17:52
3. Origin of Supernatural Probablilties 19:32
4. Zeit 16:58
Gesamtlaufzeit 74:12
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Track Listing:
1 Birth Of Liquid Plejades
2 Nebulous Dawn 00.19:53
3 Origin Of Supernatural Probabilities 00.37:49
4 Zeit 00.57:24
Achim Breiling:
Man braucht Zeit f√ľr "Zeit". Zum Titel dieser Scheibe sagte Edgar Froese einmal Folgendes: "Nach Parmenidas, der ein halbes Jahrhundert vor Christus Mitbegr√ľnder der Philosophenschule von Elea war, existiert die Zeit mit allen ihren Erscheinungsformen nur in den K√∂pfen der Menschen. Demnach ver√§ndert sich nichts, und es l√§sst sich nichts wahrnehmen." Wenn es die Absicht von Tangerine Dream war vor allem den zweiten Teil von Parmenidas' Hypothese zu vertonen, so ist der Gruppe dies gelungen. Auf "Zeit" ver√§ndert sich in der Tat nicht viel, gibt es fast nur statische, gem√§chlich an- und abschwellende, strukturlose Klangmassen zu h√∂ren. Diese monotonalen Endlosmuster haben eine durchaus hypnotische Wirkung und m√∂gen ganz gut dazu geeignet sein zu meditieren oder sein Bewusstsein zu erweitern. Die meisten Zeitgenossen hat die 1972 auf dem Ohr-Label ver√∂ffentlichte Doppel-LP aber wohl eher verwirrt und ratlos zur√ľck gelassen.
Mit ihrem dritten Album - das urspr√ľnglich noch den Untertitel "Largo in four movements" hatte - haben Tangerine Dream ihr wohl ambitioniertestes Werk eingespielt, was damals allerdings nicht ohne Komplikationen abging. Um die Klangpalette zu erweitern lud man einerseits Florian Fricke mit seinem gro√üen Moog-Synthesizer ins Studio, andererseits engagierte man Jochen von Grumbcow (von H√∂lderlin) der eine Gruppe von Cellisten mitbrachte (die im einleitenden "Birth of Liquid Plejades" zu h√∂ren sind). Mit beiden Klangerweiterungen gab es das eine oder andere Problem, vor allem weil die studierten Musiker und Komponisten nicht mit dem frei improvisierten Herumprobieren und Drauflosspielen klarkamen, mit dem Froese und Mitstreiter normalerweise ihre St√ľcke entwickelten. Trotzdem war das Album nach einer knappen Woche in Dieter Dierks Studio aufgenommen. Zwei Wochen sp√§ter wurde das Ganze abgemischt und dann im August 1972 ver√∂ffentlicht, versehen mit dem klassischen Sonnenfinsternis-Gem√§lde von Froese als Cover.
Ein Meilenstein? Na ja, Komponisten wie Ligeti (z.B. "Apparitions", 1958 oder "Atmospheres", 1961) und Scelsi (z.B. "Quattro Pezzi Per Orchestra - Ciascun su una nota sola", 1958) haben √§hnliche Ideen schon um einiges fr√ľher und abwechslungsreicher vertont, wenn auch nicht in solch gigantischem zeitlichen Ausma√ü. Im Rockkontext, oder in Bereichen au√üerhalb der klassischen Moderne und der intellektuellen Elektronik, steht die Scheibe in ihrer radikalen Umsetzung der Grundidee einer ewigen Statik, auch was die L√§nge des Gebotenen anbelangt, ziemlich einzigartig da und war damals sicher ein sehr radikales Werk. In der Tat ist die Klangmacht die diese Musik verstr√∂mt sehr beeindruckend, kann den H√∂rer gefangen nehmen und in andere Sph√§ren transportieren ... wenn man sich darauf einl√§sst. Ist man aber nicht in der richtigen Stimmung, kann das Ganze schnell langweilen, nach einiger Zeit auch nerven. Wer sich allerdings f√ľr Krautrock und elektronische Musik interessiert, sollte in "Zeit" zumindest einmal reingeh√∂rt haben!
Dazu bietet nun das gerade erschienene CD-Reissue von Esoteric Recordings (auf dem Reactive Unterlabel, das sich seit einiger Zeit Krautrock-Neuauflagen widmet), eine gute Gelegenheit. Das Material wurde remastert und liegt nun ungek√ľrzt (zumindest auf einem der √§lteren CD-Reissues der Scheibe wurde gek√ľrzt), mit dem originalen Artwork, weiteren Fotos und einem l√§ngeren Beihefttext vor. Was diese Neuausgabe aber noch interessanter macht ist das Bonusmaterial. Auf einer zweiten CD ist n√§mlich ein Konzertmitschnitt der Tangs zu finden, der am 25. November 1972 im Grossen Sendesaal des Rundfunkhauses in K√∂ln gemacht wurde. Die Klangqualit√§t ist sehr gut, was es dem Kraut- und/oder Elektronikfreak nun erm√∂glicht, einem Konzert der Band kurz nach dem Erscheinen von "Zeit" zu lauschen.
Es handelt sich hier um eines der fr√ľhesten Live-Dokumente die es von Tangerine Dream gibt. Die beiden Teile von "Klangwald" ("Part One" 37:23 Minuten, "Part Two" 40:41) bieten √§hnlich formlose Klanggespinste wie sie auch auf "Zeit" zu finden sind. Diese sind wohl weitestgehend improvisiert, waren urspr√ľnglich vermutlich noch l√§nger (da aus- und eingeblendet, wird) und kommen sogar etwas w√§rmer und farbiger aus den Boxen als die Kl√§nge des doch etwas unterk√ľhlt und steril wirkenden Studioalbums. Erw√§hnenswert sind einige rhythmische Sequenzerabschnitte (den sich die Band wohl gerade zugelegt hatte), insbesondere in der zweiten H√§lfte von "Part One" und ein fast pastoral-psychedelischer Abschnitt nach rund 15 Minuten im zweiten Teil. Ansonsten passiert hier nicht wirklich viel, beziehungsweise es braucht seine Zeit, bis sich die Ver√§nderungen bemerkbar machen (wie schon bei "Zeit"). Dem Rezensenten gef√§llt diese Livemusik jedenfalls besser als das Studioalbum und Tangerine-Dream-Fans sollte bei dieser Musik sowieso das Wasser in den Ohren zusammenlaufen.
Wer "Zeit" noch nicht kennt und sich auch nur am Rande f√ľr Elektronisches oder Krautiges interessiert, der sollte in die Esoteric-Ausgabe des Albums investieren. Wer das Album schon hat und grossen Gefallen daran findet, der sollte sich wegen des √ľberarbeiteten Klangs und des Bonusmaterials √ľberlegen erneut zuzugreifen! Wirkliche Fans k√∂nnen auch zum "limited edition box set" von Esoteric Records greifen. Dieses beinhaltet die hier rezensierte Doppel-CD, das Doppelalbum in blauem Vinyl und mit dem Originalcover der Ohr-Erstausgabe, ein kleines Buch mit Hintergrundinformationen und drei Postkarten. Auch f√ľr diese Version des Albums braucht man vor allem eines: Zeit!
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Re: Tangerine Dream

Beitrag von nixe » Sa 31. Jan 2015, 08:17

Klangwald 1972-11-25
Cologne WDR-Sendesaal, Germany
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[bbvideo=360,250]https://www.youtube.com/watch?v=Cnccr27Xkaw[/bbvideo]
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