Aphrodite's Child

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Fragile
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Aphrodite's Child

Beitrag von Fragile » Fr 12. Aug 2011, 19:35

Sollten in diesem Forum vielleicht auch nicht unerwähnt bleiben.

Bild


Biographie:
1968 lernen sich die beiden Exilgriechen Artemios Ventouris "Demis" Roussos (*15. Juni 1946 in Alexandria, Ägypten) und Evangelos Odysseas "Vangelis" Papathanasiou (29. März 1943 in Volos, Griechenland) in Paris kennen. Aufgrund einer damals noch in Griechenland herrschenden Militärdiktatur haben viele Griechen ihre alte Heimat verlassen und treiben sich vorwiegend in Westeuropa rum. Die beiden haben gemeinsame musikalische Vorlieben und bereits auch schon Erfahrungen in Griechenland in anderen Bands (Roussos: The Idols; Vangelis: Forminx) sammeln können. Daher beschließen Demis und Vangelis eine neue Band zusammenzustellen und gründen mit zusammen mit den ebenfalls in Paris lebenden Exilgriechen Loukas Sideras (dr) und Silver Koulouris (g, perc) Aphrodite's Child. Roussos übernimmt dabei neben dem Leadgesang noch die Bass-Arbeit und Vangelis bedient sämtliche Tasteninstrumente und übernimmt den größten Teil der Bandkompositionen.
Das erste Album "End Of The World" erscheint noch im selben Jahr und wird ein recht großer Erfolg, auch die ausgekoppelte Single "Rain And Tears" kann in vielen europäischen Ländern die vorderen Plätze erreichen. Bereits im Folgejahr legt die Band mit dem Zweitling "It's Five O'Clock" nach.

Sind die ersten beiden Alben noch eher rock- und songorientiert (man ließ sich größtenteils von britischen Symphonic Rock-Bands wie den Moody Blues oder Procol Harum inspirieren), will Vangelis aber bald zu musikalisch ganz anderen Ufern schwimmen und die Band vollzieht eine Wende zum Progressive Rock. Das dritte Album, dass sie vertraglich noch produzieren müssen, soll ein Konzeptalbum über die "Offenbarung des Johannes" werden. Ihre Plattenfirma Mercury ist sich allerdings nicht sicher, ob sich ein so progressives Konzept überhaupt verkauft. Daher bitten sie die Band, den auslaufenden Vertrag lieber mit einer EP ("Spring, Summer, Winter and Fall ") zu beenden. Hinterher macht sich die Band dann an die Aufnahmen zu ihrem dritten Album, das schließlich 1972 unter dem Titel "666" und auf dem Vertigo-Label erscheint. Es ist das letzte Album der Band. Noch während Vangelis dem Album den letzten Schliff verpasst, gehen die anderen drei ohne ihn auf Tournee. Darüberhinaus führen musikalische Differenzen (Vangelis will den neuen musikalischen Stil von "666" fortsetzen, während die restlichen Mitglieder lieber wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren will) schließlich zum Bruch der Band. Vangelis und Roussos arbeiten in den nächsten Jahren aber trotzdem immer mal wieder zusammen.

Demis Roussos startet daraufhin eine neue Solo-Karriere als Schlagersänger ("Goodbye, My Love, Goodbye"; "Schönes Mädchen aus Arcadia", "Mona Lisa"), womit er vor allem im deutschsprachigen Raum Erfolg hat. Auch heute tritt er noch sehr oft auf. Sein Markenzeichen bei seinen Auftritten sind meistens lange Gewänder.

Vangelis veröffentlicht daraufhin mehrere Solo-Alben und macht sich auch als Komponist für Filmmusik ("Blade Runner", "1492 - Die Eroberung des Paradieses") einen Namen. Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich auch seine Zusammenarbeit mit Jon Anderson. Nachdem dieser "666" gehört hatte, will er Vangelis nach dem Ausstieg von Rick Wakeman 1974 als neuen Yes-Keyboarder einstellen. Doch aufgrund dessen Flugangst, sowie Unstimmigkeiten mit Steve Howe kommt es nicht dazu. Anderson bleibt mit dem Griechen allerdings in Kontakt und singt in den kommenden Jahren immer mal wieder Guest Vocals auf Vangelis' Soloalben, bis sie 1979 das Projekt Jon & Vangelis ins Leben rufen und bis 1991 vier Alben veröffentlichen.

"666" gilt bis zum heutigen Tag als eines der Schlüsselalben des Prog, wenngleich es auch nicht so einflussreich wie etwa "In The Court Of The Crimson King", "Close To The Edge" oder "The Lamb" war. Ein großer Fan dieses Albums ist aber Produzentenlegende Michael Cretu, der 1990 für das Debütalbum seines neuen Projektes Enigma etliche Passagen daraus sampelt.


Diskographie:
End Of The World (1968)
It's Five O'Clock (1969)
666 (1972)
He's seen too much of life,
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JJG
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Re: Aphrodite's Child

Beitrag von JJG » Fr 12. Aug 2011, 20:08

Vielen Dank für den schönen Bericht Fragile - wie immer unser Goldgräber! 8-)
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Aprilfrost
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Re: Aphrodite's Child

Beitrag von Aprilfrost » Fr 12. Aug 2011, 20:12

Etwas ähnliches war mir dazu auch eingefallen, JJG. Dank an Fretschl.
Rain and Tears ist ja so eine wunderbare Schnulze.

[youtube]kunCUXymPu4[/youtube]

Aber sie können auch anders!

[youtube]SMUMw3nPx38[/youtube]
Be the unexpected! (Sef Scott)


DocFederfeld
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Re: Aphrodite's Child

Beitrag von DocFederfeld » Fr 12. Aug 2011, 21:48

Roussos ist ja wirklich ein toller Sänger, eine Schande, daß er so viel Mist gesungen hat. Vangelis solo (und auch mit Jon Anderson) fand ich immer sehr anstrengend - diese Synthesizer-Klänge machen mir Kopfweh, wenn sie so geballt auftreten.

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Re: Aphrodite's Child

Beitrag von Fragile » Di 23. Aug 2011, 17:12

DocFederfeld hat geschrieben:Roussos ist ja wirklich ein toller Sänger, eine Schande, daß er so viel Mist gesungen hat.


Tja, wenn man erstmal vom richtigen Weg abkommt... :twisted: :mrgreen:
Letztens las ich aber (war es im ME? Bin mir nicht mehr sicher), dass er 2009 ein Album mit Jazz-Standards herausgebracht hat und das hat ziemlich gute Kritiken bekommen. Und überhaupt gehen viele seiner zuletzt veröffentlichten Alben eher wieder in Folk- und Elektro-Gefilde, wenn man wiki glauben darf. Vielleicht hat er sich wieder besonnen. :mrgreen:
Aber bestimmt braucht man auch nicht alles aus seinem Solo-Schaffen (gilt dann auch für Vangelis).
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Re: Aphrodite's Child

Beitrag von Fragile » Sa 23. Jun 2012, 11:08

Übrigens gibt es in der neuesten Ausgabe von "eclipsed" (Juli/August 2012, man geht da ja wieder in die Sommerpause) ein Special zum 30-jährigen Jubiläum des Albums 666. Ich bin schon sehr gespannt drauf, da ich mir das neueste Heft noch nicht geholt habe. Und die 666 steht ja auch noch auf meiner Liste.
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